Energiekonzept für Gemeinden

Studie der Technischen Hochschule erfolgreich beendet

26.07.2016

„Die Energiewende erfordert ganzheitliches Denken – auch von den Kommunen“, äußerte sich Michael Böhm, Bürgermeister von Markt Burgheim, überzeugt. Die Gemeinden Burgheim, Lenting, Karlskron sowie der Interpark Großmehring nahmen an der neuen Studie der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) in Zusammenarbeit mit dem Ingolstädter Solarunternehmen Anumar teil. Ziel der Studie war es, Einsparpotentiale für Energiekosten in den Kommunen zu ermitteln. Die engagierten Studenten der THI nahmen in Burgheim und im Interpark Großmehrung das Klärwerk unter die Lupe, in Lenting die Wasserversorgung der Gemeinde und in Karlskron den gesamten Stromverbrauch der öffentlichen Gebäude sowie der Straßenbeleuchtung.

Prof. Dr. Peter Weitz, Professor für Projekt- und Kostenmanagement an der THI und Leiter der Studiengruppe, zeigte sich positiv überrascht: „In allen Gemeinden konnten Einsparpotentiale identifiziert werden. Im Falle der Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen kann der Strombezug in den nächsten fünf Jahren in Höhe von knapp 2 Mio. kWh reduziert werden. Zusätzlich können Kosten in Höhe von ca. EUR 200.000 im gleichen Zeitraum eingespart werden.“ Andreas Klier, Geschäftsführer von Anumar, ergänzte: „Diese Studie hat ebenfalls belegt, dass erneuerbare Energien bereits jetzt wirtschaftlich sind, dazu beitragen können, Kosten zu senken und nicht – wie von vielen behauptet – die Energiekosten erhöhen.“ Hierfür machte er falsche Marktanreize, wie z.B. die Offshore-Umlage sowie das umstrittene Wälzungssystem der EEG-Umlage verantwortlich.

„Die Teilnahme an der Studie hat sich für unsere Kommune definitiv gelohnt“, freute sich Stefan Kumpf, Bürgermeister der Gemeinde Karlskron. Die Studenten bestätigten ihm, dass die öffentlichen Einrichtungen Rathaus, Kindergarten und Kindertagesstätte bereits energetisch auf einem modernen Stand sind. Die Schaltung der Turnhallenheizung könne jedoch noch optimiert werden. Eine Photovoltaikanlage auf dem Schuldach sowie der Austausch der Regelung und der Belüftungsmatten innerhalb der Kläranlage können zu weiteren nennenswerten Energiekostenreduktionen führen. Christian Tauer, Bürgermeister der Gemeinde Lenting: „Wir werden die Empfehlungen eines Pumpentausches für unser Wasserwerk sowie die Installation einer Solaranlage auf dem Dach prüfen.“ Die Studenten hatten außerdem die Idee, die Gemeinden Burgheim, Karlskron und den Interpark Großmehring im Bereich der Klärschlammverwertung kooperieren zu lassen, um somit weitere Synergieeffekte nutzen zu können. Die Stromkosten der Kläranlage des Interparks in Großmehring können ebenfalls mit einer PV-Anlage und einer Leistungsspitzenkappung reduziert werden. Horst Habazettl, technischer Leiter der Interpark Management GmbH & Co. KG: „Ich danke den Studenten der THI für ihre konstruktiven Vorschläge. Ihre Motivation und Neugier zeigen, dass in Kürze eine gut ausgebildete Generation auf den Arbeitsmarkt kommen wird.“ Die Projektgruppe umfasste 10 Studenten, die insgesamt über 1.000 Arbeitsstunden investiert haben.

 

Wir über uns. (in alphabetischer Reihenfolge)

Anumar

Anumar projektiert, errichtet und betreibt Solarkraftwerke in Deutschland und Chile sowie projektbezogen in ausgewählten internationalen Märkten. Zur Kernkompetenz zählen individuelle Kraftwerksplanungen für Unternehmen (Energy2Business) sowie Power Purchase Agreements. Die Stromabnehmer der Solarkraftwerke können ihre Energiekosten ohne Kapitalbindung erheblich reduzieren (Rent a Power Plant) sowie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Weitere Schwerpunkte sind der Erwerb und die Betriebsführung von Bestandsanlagen sowie die steueroptimierte Konzeptionierung für Einzelinvestoren (z. B. Finanzierung, Gründung von Projektgesellschaften, etc.).

Markt Burgheim

Die Gemeinde Markt Burgheim hat ca. 4.700 Einwohner, liegt zum größten Teil südlich der Donau im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und wird vom 1. Bürgermeister Michael Böhm (CSU) vertreten. Burgheim ist eine moderne Gemeinde mit zahlreichen Angeboten für ihre Bürger. Der Tourismus wird in Zusammenarbeit mit etlichen Kooperationspartnern gezielt gefördert. Burgheim verfügt über zwei große Gewerbegebiete; die Erschließung weiterer Gewerbeflächen ist geplant.

Interpark Großmehring

Der Interpark Großmehring ist einer der größten zusammenhängenden Gewerbeparks in Europa. Mit einer Nettogewerbefläche von insgesamt 1,8 Millionen Quadratmetern stehen auf dem InterPark-Gelände vollständig erschlossene Parzellen verschiedenster Größe zur Verfügung. Zurzeit nutzen 80 ansässige Unternehmen die hervorragende Verkehrsanbindung vor den Toren Ingolstadts.

Gemeinde Karlskron

Die Gemeinde Karlskron hat 4999 Einwohner und liegt südlich der Donau im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen in der Planungsregion Ingolstadt. Sie wird vom 1. Bürgermeister Stefan Kumpf (CSU) vertreten. Karlskron feierte 1991 das 200-jährige Gründungsjubiläum nach der Trockenlegung des Donaumooses. Die Gemeinde hat mehrere Gewerbegebiete, in denen auch international erfolgreiche Unternehmen angesiedelt sind.

Gemeinde Lenting

Lenting liegt in der Planungsregion Ingolstadt an der Grenze des Naturparks Altmühltal. Es gehört zum Landkreis Eichstätt und hat ca. 4.800 Einwohner. Die Gemeinde, die vom Bürgermeister Christian Tauer (SPD) vertreten wird, bietet ihren Bürgern ein großes kulturelles Angebot. Die Gewerbegebiete Lentings profitieren von einer sehr guten Verkehrsanbindung.

Technische Hochschule Ingolstadt

Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) vermittelt ca. 5300 Studierenden Kompetenzen in den Bereichen Technik und Wirtschaft. Bei den 42 Studiengängen der THI steht der Anwendungsbezug im Vordergrund. Neben der Lehre ist die THI auch sehr stark forschungsorientiert. Zusätzlich zum Automotive-Bereich, speziell der Fahrzeugsicherheit, liegt einer der Forschungsschwerpunkte auf den Erneuerbaren Energien. Fünf Professoren sowie 19 wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden bearbeiten am Institut für neue Energie-Systeme (InES) Forschungsprojekte zu diesem Themenbereich. Einer der Schwerpunkte des Instituts ist die solare Wärme.

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